Rückstauklappe oder Hebeanlage: Welche Lösung ist geeignet?

Die Wahl zwischen einer Rückstauklappe und einer Hebeanlage ist eine der zentralen Entscheidungen beim Schutz vor Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz. Beide Systeme haben ihre spezifischen Einsatzbereiche, Voraussetzungen und Einschränkungen. Welche Lösung für ein bestimmtes Gebäude geeignet ist, hängt von der Abwasserart, der Nutzung der Entwässerungsstellen während eines Rückstauereignisses und den baulichen Gegebenheiten vor Ort ab.

Die Entscheidung kann nicht pauschal getroffen werden. Eine Rückstauklappe ist kein Ersatz für eine Hebeanlage – und umgekehrt. Der folgende Vergleich stellt die beiden Systeme einander gegenüber und erläutert, unter welchen Bedingungen welches System oder eine Kombination infrage kommt.

Vergleich: Rückstauklappe und Hebeanlage

Rückstauklappe (Rückstauverschluss)

Eine Rückstauklappe – je nach Bauart auch als Rückstauverschluss bezeichnet – ist ein mechanisches Absperrorgan, das bei Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation automatisch schließt und so verhindert, dass Abwasser in das Gebäude zurückdrückt. Es gibt manuelle und motorische Varianten mit unterschiedlichen Verschlussprinzipien.

Hebeanlage

Eine Hebeanlage pumpt das Abwasser über die Rückstauebene in die öffentliche Kanalisation. Sie besteht aus einem Sammelbehälter mit Pumpe, einer Steuerung und einer Entlüftungsleitung. Das Abwasser wird aktiv gegen den Rückstau gefördert – eine mechanische Absperrung ist nicht das primäre Wirkprinzip.

Kombination mehrerer Systeme

In vielen Gebäuden bietet sich eine Kombination an – abhängig von der Aufteilung der Entwässerungsstellen und der Nutzung. Typische Konstellationen sind:

ℹ️ Hinweis: Ob ein Rückstauverschluss, eine Hebeanlage oder eine Kombination geeignet ist, muss anhand der Entwässerungsplanung, der Nutzung und der Abwasserart durch einen Fachbetrieb entschieden werden. Die konkrete Situation vor Ort – insbesondere die Bestimmung der Rückstauebene durch den zuständigen Kanalnetzbetreiber – ist hierfür die Grundlage.
⚠️ Wichtig: Eine Rückstauklappe ist nicht für fäkalienhaltiges Abwasser geeignet, wenn die Entwässerungsstellen während eines Rückstaus weiter genutzt werden müssen. In diesem Fall ist eine Hebeanlage gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik die erforderliche Lösung. Eine falsch gewählte Rückstausicherung kann bei einem Rückstauereignis zu erheblichen Schäden, Geruchsbelastungen und Gesundheitsrisiken führen.

Normative Grundlagen

Die Auswahl und Bemessung von Rückstausicherungen und Hebeanlagen erfolgt nach den einschlägigen Normen, insbesondere der DIN EN 12056 und der DIN 1986-100. Diese Normen legen die Anforderungen an die Planung, den Einbau, den Betrieb und die Wartung von Entwässerungsanlagen und Rückstausicherungen fest. Der Fachbetrieb ist verpflichtet, diese Normen bei der Planung und Ausführung zu beachten.

Geeignete Lösung für Ihr Gebäude

Beschreiben Sie die Abwasserart, die Entwässerungsstellen und die Nutzung unterhalb der Rückstauebene, damit Ihre Anfrage für eine mögliche Vermittlung vorbereitet werden kann.

Lösung anfragen